Bielefeld wächst! Eine Herausforderung für unsere Stadt!

 

Bisher hat waren wir in Bielefeld, was Planung und Umsetzung unserer Stadtentwicklung betrifft, nicht besonders innovativ. Da weltweit die Städte wachsen, haben wir jedoch heute die Chance, von den Besten zu lernen!

Die Herausforderung besteht in der Optimierung unserer bestehenden Infrastruktur, um der Notwendigkeit, den zusätzlichen Flächenverbrauch möglichst gering zu halten gerecht zu werden.

Wirtschaftliche Entwicklung und die weitere Urbanisierung müssen Hand in Hand geplant und realisiert werden. Dabei entscheidet der Faktor „Lebensqualität“ über die politische, ökonomische und soziale Stabilität unserer Stadt.

Mit dem Wandel von der Industriegesellschaft zu einer Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft erleben wir auch in Bielefeld einen Wandel. Attraktive Arbeitsplätze, effiziente Mobilitätsstrukturen, vielfältige Freizeit-, Kultur- und Bildungsangebote locken die Creative Class, die Wissensarbeiter in unsere Stadt. Im Wettbewerb um die Creative Class liegen jene Städte vorn, die das höchste Maß an Lebensqualität bieten.

Als Stadt, die im Konkurrenzkampf um Unternehmen und Einwohner steht, müssen wir weltoffen sein, über eine gute Verkehrsanbindung verfügen und ein umfangreiches Kultur-, Freizeit- und Naherholungsangebot bieten. Dafür hat Bielefeld das Potential!

Die Zeit, in der großflächig ganze Stadtteile aus dem Boden gestampft wurden, ist vorbei. Wir brauchen eine Stadtplanung und Architekten für den Umgang mit dem Bestand, statt wie bislang wegzureißen oder auf der grünen Wiese zu planen. Ehemalige Fabrikareale können zu attraktiven Wohnquartieren werden. Nachverdichtung, die Umnutzung von Gebäuden und das Bebauen von Baulücken ist unsere Strategie für eine effiziente Stadt(aus-)nutzung.

Wir setzen darauf, alle vorhandenen Potentiale zur Verdichtung zu nutzen. Dies betrifft nicht nur die Schaffung von zusätzlichem bezahlbarem Wohnraum. Hier müssen wir alle heute baureifen und unbebauten innerstädtischen Grundstücke sowie leerstehenden Wohngebäude zeitnah nutzen. Beispiel Ecke Detmolder Straße/Teutoburger Straße.

Auch neue und bestehende Gewerbegebiete müssen ihr Verdichtungspotential nutzen. Der neue Aldi-Markt in Bielefeld Quelle z.B. bietet aus unserer Sicht das Potential für eine Parkpalette in der Tiefparterre und einer Wohnbebauung über dem Markt, wie Aldi dies in anderen Städten bereits realisiert. Die innenstadtnahen Konversionsflächen bieten uns ein erhebliches Potential, die vorhandene Infrastruktur an Arbeitsplätzen, Kitas, Schulen, ÖPNV, Kultur effektiver zu nutzen und wirtschaftlich weiter zu entwickeln.

Dabei wollen wir, dass innerstädtische Naturräume als wichtige Bestandteile unserer Stadt erhalten bleiben. Denn sie tragen zu einer hohen Lebensqualität und einem besseren Stadtklima bei. Beton und Asphalt verwandeln sich im Sommer zu Hitzespeichern, und die zunehmend heftigeren Regenfälle bringen Abwassersysteme an ihre Grenzen. Kopenhagen, die grüne Hauptstadt Europas 2014, hat durch seine Umweltpolitik und die Verschmelzung von Landschaft und Stadt ein Höchstmaß an Lebensqualität geschaffen – und ist damit als Standort für Unternehmen und die Creative Class äußerst attraktiv.

Das veränderte ökologische Verständnis, weitere politische Maßnahmen zur sozialen Integration und neue Mobilitätskonzepte sollen auch unsere Innenstadt zu einem lebenswerten Ort auch für Familien mit Kindern machen. Erneuerbare Energien, alternative Mobilitätskonzepte und ökologisches Bauen eröffnen dabei erhebliche Investitionsmöglichkeiten für die Wirtschaft.

Mit der zunehmenden Urbanisierung gelangt die vorhandene Infrastruktur in allen großen Städten an ihre Kapazitätsgrenzen. Das wachsende Verkehrsaufkommen verändert das Mobilitätsverhalten. Wer in der Stadt schnell von A nach B kommen will, steigt bereits jetzt zunehmend aufs Fahrrad und öffentliche Verkehrsmittel um. Und die junge Generation in den Städten macht es vor: Für diese Generation ist Nutzen statt Besitzen eine weitaus flexiblere Möglichkeit, ihren mobilen Lebensstil zu gestalten.

Der Wechsel zwischen den verschiedenen Verkehrsmitteln – ob Bahn, Fahrrad, Car-Sharing, Bus oder E-Bike – ist immer weniger eine Hemmschwelle. Diese Veränderung in den Mobilitätsstrukturen steigert allerdings die Lebensqualität in unserer Stadt erheblich und schafft Platz für die wirklich wichtigen Wirtschaftsverkehre.

Ein rasantes Wachstum unserer Stadt bedingt gleichzeitig eine Schrumpfung auf der anderen Seite, die Landflucht auch in OWL. Deshalb wird die regionale Vernetzung immer wichtiger. Während in den Städten eine umweltfreundliche Mobilität ohne eigenen Pkw möglich ist, fehlt die Anbindung der Region durch ein kostengünstiges und umweltverträgliches Mobilitätsnetz. Auch werden die ländlichen Regionen in Zukunft einen Teil der benötigten Energie für unsere Stadt erzeugen.

 

Exkurs Verdichtung:

 

In Japan ist das Konzept der Minihäuser – Häuser, die in den Lücken zwischen anderen Häusern gebaut werden – und Hybridnutzung, wie beispielsweise Wohnaufstockungen auf Flachdächern, z.B. auf Parkhäusern, bereits gang und gäbe. Die unkonventionellen und pragmatischen Lösungen besitzen eine hohe Wohn- und Lebensqualität – wie die zahlreichen Auszeichnungen vieler japanischer Architekten belegen.

In Frankfurts Osten kann man auf einem Gebiet von nur drei Quadratkilometern, fast 650 bebaubare Grundstücksreste ausmachen. Diese sind manchmal weniger als 40 Quadratmeter groß, viele sind besonders schmal oder äußerst ungünstig verwinkelt. Bei hohen Grundstückspreisen und wenig verfügbarer Baufläche gewinnen diese kleinen Stadtstückchen an Attraktivität für den wachsenden Wohnbedarf in den Zentren der Städte. Hinzukommen die „regulären“ Baulücken, also freie Grundstücke, auf denen der Bau eines „normalen“ Hauses möglich ist. Diese ungenutzten Potenziale auszunutzen, vor allem in den deutschen Städten, ermöglicht ein „Weiterbauen“ ohne Landverlust im Umland und ist ein wichtiger Baustein im Update der Städte für morgen.

 

Digital Smart Citys

Datenbasiertes Wissen macht unsere Stadt berechenbar: Kenntnisse zu Bewegungsströmen, Energieverbrauch, Infrastrukturauslastung und Nutzungsverhalten ermöglichen eine wesentlich bessere Steuerung des Systems Stadt. Das Smart Grid ist eine nahe Zukunftsvision: Die z.B. auf den Dächern der Häuser produzierte überschüssige Energie wird über das Smart Grid intelligent verteilt.

Die Herausforderungen für Bielefeld sind erheblich! Packen wir´s an!

 

Deshalb wollen wir auch in Bielefeld Quelle einen neuen Aldi mit Tiefgarage und Wohnungen mindestens im 1. Stock!